Zum Ende der Gedenkminute wurde gestern ein Gedicht verlesen, das ein Kamerad für diesen Tag geschrieben hatte. Da seine Worte allen Aktivisten aus dem Herz gesprochen haben, hier der ganze Text:

Rheinwiesenlager

Wir haben uns heute versammelt, um zu Gedenken
Aufmerksamkeit auf vergessene Opfer zu lenken
Opfer, die sie bis heute in kalter Erde verstecken
Weil sie die ach so weißen Westen der Sieger beflecken
Wir sollen sie vergessen, doch werden es nicht
Wir werden sie ehren, bis auch unser Leben erlischt
Eine Millionen Tote, alleine an diesem Ort
Die harren auf Gerechtigkeit für diesen Mord

Ihr Tod brachte unsere Verpflichtung
Niemals zu vergessen ihre Vernichtung
Das Schweigen über sie zu durchbrechen
Der Lüge von Befreiung zu widersprechen
Ihr Andenken ewig würdig zu erhalten
Die Zukunft in ihrem Sinn zu gestalten
Die Fahne zu nehmen aus ihren kalten Händen
Alles daran setzen ihren Traum zu vollenden

Den Traum für den jeder von ihnen stand
Den Traum von Freiheit für ihr Vaterland
Den Traum, den sie bezahlten mit ihrem Leben
Den Traum, den sie heute an uns weitergeben
Drum lasst uns nun schwören, jeder für sich
Ihr Toten, ich kämpfe für euren Traum, ewiglich
Nun senkt eure Köpfe und senkt eure Fahnen
Verharrt in stillem Gedenken an unsere Ahnen