Kranz - Gedenkmarsch 2016 - Lebensrune

Kranz – Gedenkmarsch 2016


Der November ist traditionell der Monat, der von national denkenden Menschen zum Gedenken genutzt wird. Auf zahllosen Friedhöfen versammelen sich volkstreue Männer und Frauen. Wie in jedem Jahr werden Kerzen entzündet, Kränze niedergelegt und das Andenken an die Toten unseres Volkes hochgehalten. Jede entzündete Kerze ein Licht der Hoffnung in dieser unwürdigen Zeit.Auch in Remagen versammelten sich im November wieder 250 ungebrochene Menschen, um entgegen des Zeitgeistes ein Zeichen zu setzen. 250 Männer, ein Herzschlag. Remagen ist inzwischen ganz ohne Werbung ein fester Termin für die nationalen Aktivisten am Rhein, weil der Rahmen stimmt, weil klar ist wozu man gekommen ist, weil man aus dem Gedenken Kraft ziehen kann für die kommenden Monate des Kampfes.

Jedem Menschen, der am Gedenken in Remagen teilnimmt, ist bewusst, dass die Menschen, denen wir in Remagen gedenken, mehr geopfert, mehr gegeben und mehr verloren haben als man sich vorzustellen vermag. Ihr Opfer ist unser Auftrag. Das Andenken an die Toten Pflicht und Teil unseres Selbstverständnisses. Remagen ist eine Pflichtveranstaltung zu der niemand aufrufen braucht, denn das Gewissen befiehlt die Teilnahme.

Wenn wir nach dem Gedenkmarsch zurückblicken, stehen wir in jedem Jahr vor einem Widerspruch. Das Gedenken ist in seinem Kern still und jeder Bericht darüber scheint den eigentlichen Zweck zu entweihen. Jede Zeile, die den Tag beschreibt, die Disziplin der Teilnehmer lobt, klingt wie eine plumpe Werbung für die kommenden Jahre. Zeitgleich ist der Gedenkmarsch aber auch eine Mahnung und findet daher immer auch in einem politischen Kontext statt. Einem Kontext, der in jedem Jahr eine Positionierung erneut nötig macht.

Ganz unabhängig von unserer Motivation finden sich alljährlich auch die üblichen Vortänzer des politischen Establishments zusammen, um dem Durchschnittsbundesbürger weiter Sand in die Augen zu streuen. Wenn der rheinland-pfälzische Innenminister Lewentz vor einer handvoll brD-Lingen steht und behauptet, dass es den Organisatoren des Trauermarsches um die Werbung für eine Partei geht, zeigt er nur wie verloren er vor der Situation steht. Kein Wort über die Ereignisse, die den Anlass für den Gedenkmarsch gegeben haben.
Stattdessen Geschwätz wie es leerer kaum sein könnte. Jeder, der den Trauermarsch in Remagen nur einmal beobachtet hat, weiß, dass an diesem Tag keine Parteiwerbung in den Reden geduldet wird. Die Fahnen sind seit jeher bewusst schwarz. Schwarz als Zeichen der Trauer, als Zeichen des Widerstandes gegen den Zeitgeist, als Zeichen des Widerstandes gegen das Geschichtsbild dieser Republik. Dieser Geist prägt das Gedenken – nichts anderes.

Wir haben dem Geschichtsbild – und damit dem Selbstverständnis dieser Republik – mit dem Gedenken an die Toten der Rheinwiesenlager eine Wunde zugefügt. Durch das Gedenken ist abseits des eigentlichen Aufmarsches eine politisch aufgeladene Diskussion entflammt. Von Mythen, die einen Opfernarrativ bedienen würden, wird gefaselt und über die Notwendigkeit einer kritischen Debatte über lokale Gedenkorte philosophiert. Mit jedem Wort dazu entfremden sich die Herrschenden und ihre Helfershelfer nur weiter vom Gefühl, dass sich in der Bevölkerung längst breit gemacht hat. Offensichtlich begangenes Unrecht kann auch verklausuliert nur noch einer sich für intellektuell haltenden Minderheit von brD-Lingen als Recht verkauft werden.

Das ist die politische Wirkung, die nach den Jahren, die das Gedenken in Remagen durchgeführt wird, immer deutlicher zutage tritt. Eine Nebenwirkung des Gedenkens mit der wir auch in den folgenden Jahren umgehen werden. Eine Nebenwirkung, die jeden Teilnehmer des Gedenkmarsches in die Verantwortung nimmt das Bild eines besseren Deutschlands zu präsentieren und diese Republik mitsamt ihrer verlogenen Geschichtsschreibung weiter in die Defensive zu treiben!